Zeltlager Niederheckenbach 2003

Auch in diesem Jahr ging es wieder für die Kinder unserer Gemeinde uns Zeltlager. Dieses Mal verschlug es uns in ein wirklich abgelegenes Gebiet, und zwar in den „Ort“ Niederheckenbach, verkehrsgünstig gelegen und einfach über gut ausgebaute Feldwege zu erreichen. Wir Leiter und die Kochfrauen (Kochen die Putzfrauen auch?) fuhren schon sonntags ins Lager um den Zeltplatz entsprechend vorzubereiten, Zelte aufzubauen, die Gegend zu erkunden und so weiter. Leider konnten wir am Sonntagabend nicht wie in 2002 zum Schützenfest ins nächste Dorf fahren, dafür verbrachten wir den kinderfreien Abend in trauter Runde im Leiterzimmer.

Montagabend kamen dann auch zu ungewohnter Stunde unsere Kinder an, die Fahrt hat dann doch wohl etwas länger gedauert. Nachdem sich die Gruppen und Gruppenleiter dann zusammengefunden und sich in ihren Zelten häuslich eingerichtet hatten (Die große Mädchengruppe wollte angeblich einen Innenausstatter bestellen…), gab es abends auch schon die erste Lagerrunde mit Spielen und Gesang, der wie jeden Abend den Tag gut abrundete. Natürlich waren wir nicht in irgendeinem Zeltlager, nein, wir machen „Ferien Im Gallischen Dorf“. Folglich durfte sich jede Gruppe am folgenden Morgen einen Stammesnamen aussuchen, von den „Fixen Gallixen“ bis zu den „Schrägen Hinkelsteinen“ war alles dabei… Jeder legte sich für die Zeit des Zeltlagers auch einen Galliernamen zu, wobei ich persönlich meine, dass besonders die Namen der Kochfrauen auf deren Arbeitshaltung hinwies: „Bratnix“, „Kochnix“, „Gibtnix“, „Knorrfix“.

Die Messe am Abend des ersten vollen Tages war auch wieder ein Höhepunkt, dieses Mal an komplett selbst aus Naturmaterialien angefertigtem Alter und Lagerkreuz. Weitere Höhepunkte des Zeltlagers waren unter anderem der Besuch im Phantasia-Land, das Fantasy-Spiel, die Lagerolympiade, das Freibad und natürlich das Bergfest, wo wir alle einem Volk aus der Zeit von Asterix und Obelix angehörten. Beim „Wettstreit der Völker“ standen alle Völker miteinander im Wettstreit, aber abends beim großen Wildschwein-Gelage waren alle wieder vereint. Das Wetter war in diesem Jahr einfach perfekt, und aufgrund der großen Hitze hat sich die Investition in einen 5€-Gartenschlauch während des Zeltlagers 2002 schon fast gelohnt. Der abendlichen Wasserschlacht sollte man sich als Leiter jedoch keinesfalls nähern, man wurde immer sofort aufs Korn genommen und dementsprechend völlig durchnässt.

So weit ab von jeglicher Zivilisation gab es noch nicht einmal ein Handynetz, was zu skurrilen Erscheinungen führte: In der Handykiste wurden die auf einmal nutzlos gewordenen Telefone gesammelt und wenn dann jemand den weiten und kurvigen Weg zum nächsten Einzelhandelsgeschäft aufnahm, wurde die Kiste mitgenommen, um wenigstens SMS von daheim zu bekommen. Es war mir immer ein besonderes Vergnügen, mit der Kiste loszufahren und mir beim Eintreten in netzversorgte Gebiete die Vielfalt an Klingeltönen anzuhören.

An negativen Aspekten des Zeltlagers könnte ich höchstens den eklatanten Nutella-Mangel beklagen, der durch eine knallharte Rationierung seitens der Kochfrauen hervorgerufen wurde. Auch den vernünftigsten Argumenten meinerseits wurde nicht nachgegeben, so dass ich und meine ganze Gruppe sich unnötigerweise dazu gezwungen sah, auf Käse und Wurst zurückzugreifen. Es war auch das letzte Zeltlager mit unserem weltbesten Lagerleiter Pastor Dietmar Röttger. Doch die gute Nachricht ist: Auch im nächsten Jahr wird es wieder ein Zeltlager geben, dieses Mal organisiert von unserem neuen Pastor Stephan Schröder und Johannes Schäfers. Wir sehen uns also hoffentlich nächsten Sommer wieder, bei Lagerfeuer und Gitarrenmusik…

Reiner Lübeck

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.